Zwei Wochen in Eldo 2 - Rückblick nach zweiwöchiger Arbeit im Haus Zentrum in Zug

Hier eine kurze Erklärung zu den Bildern, die im Raum stehen. Denn eigentlich sind es gar keine Bilder im eigentlichen Sinn, sondern nur Zwischenprodukte, ein momentaner Zustand, der sich auch noch weiter verändern kann.
Als ich vor zwei Wochen, nach der Vernissage mit der Arbeit begann, hatte ich ursprünglich eine installative Arbeit im Sinn, welche ich aber kurzfristig verwarf. Denn es gibt auch bei mir einen Punkt, wo sich das ewige sich auflösen in Frage stellt. Es war mir schlichtweg zu viel körperliche Arbeit für einen zu kurzen Augenblick.
Was ich von meiner Idee beibehielt, war das Entwickeln von weiteren Arbeits-schritten, nur aus schon vorhandenem Material, welches sich in meinem Depot im hinteren Raum der Ausstellung befindet.
Als Basis aller Tafeln dienten mir grosse schwarz/weiss Fotokopien von ornamenta-len, kleinen Bleisatzdrucken, welche ich letzten Sommer in Buenos Aires gedruckt habe. Auf diese setzte ich weitere Schichten, als Werkzeug dienten mir der Cutter und die Schere. Es war ein Entwickeln auf mehreren Ebenen, wie im Fotoshop aber von Hand und gross. Ich veränderte die Blätter immer wieder und arbeitete parallel an zehn verschiedenen Versionen oder Varianten. Zum Einsatz kam Material aus den letzen zehn Jahren.
Ich nutzte den Ausstellungsraum also als sehr grosses Atelier. Durch die Holzwand war ich vor all zu neugierigen Blicken geschützt, wollte jemand sich die Sache aber genauer anschauen, stand die Türe immer offen, so bald ich im Haus Zentrum ankam. Der Raum war gleichzeitig sehr privat und sehr öffentlich. Ich hatte mir so mein persönliches Eldorado geschaffen und das mitten in der Stadt Zug, wo die Mieten doch eigentlich unerschwinglich sind.
Nach einer Woche entschied ich mich, die losen Teile und Blätter zu fixieren und aufzuziehen. Eigentlich hatte ich die Idee, die Trägerplatten direkt aus dem Boden-belag herauszufräsen, aber aus technischen Gründen ging das nicht oder wäre
unverhältnismässig aufwändig geworden. So beschloss ich schweren Herzens Holzplatten zu kaufen. (Was mir eigentlich schon zu definitiv und auch vom Gewicht her zu schwer erscheint und ich mich gegen meinen Widerstand Tafelbilder zu produzieren wehren musste)...
Bei den Bildkompositionen ging es um ein Ausprobieren von regelmässigen Wiederholungen und Störungen, um das Schaffen von Gleichgewicht und Chaos und das Überlisten von mir selber um nicht immer in die selben Muster zu fallen. Ein ewiges Aufstellen von Regeln und dann das Brechen derselben.
Aber wie gesagt, diese Tafeln sind nicht das Ende, sondern erst der Anfang. Den ganzen Prozess hielt ich permanent fotografisch fest, zum Teil machte ich Aufnah-men von spannenden Details zum Teil fotografierte ich die ganze Collage.
Dieses digitale Bildmaterial wird mir nach der Ausstellung als Ausgangslage dienen, um daraus am Computer mindestens ein Plakat im Format F4 (Weltformat) zu entwerfen. Den Entwurf möchte ich dann im Offsetverfahren drucken lassen und dieses Plakat für weitere installative Arbeiten im öffentlichen Raum oder auch für Ausstellungsprojekte verwenden. A never ending process, sozusagen.
Dem beizufügen wäre noch, dass ich im Kellergeschoss ein Kino einrichtete und dort jeden Abend einen Film zum Thema Eldorado zeigte: Von Werner Herzog bis zu E.T.